19.05.2017 Bremervörde Von: Lutz Schadeck
Kommunikationstreff in der BBS

Wirtschaftsgilde drückt Schulbank

Die Mitglieder der Bremervörder Wirtschaftsgilde treffen sich immer wieder mit Vertretern von Institutionen, Verwaltung, Politik oder anderen Unternehmen um sich zu informieren und ins Gespräch zu kommen.

Am letzten Mittwoch traf man sich in der BBS (Berufsbildende Schulen Bremervörde) im Werk- und Lehrraum für Kfz-Mechatroniker. Nicht etwa, dass sich die Mitglieder nun von der Schulleiterin der BBS, Bjela Witassek, in die Tiefen der Automobiltechnik einführen lassen wollten, nein, sondern eher, um Näheres über die Schule an sich zu erfahren.

Die Schulleiterin zeigte die Strukturen der BBS auf. So werden zum einen die vier Berufsfelder „Wirtschaft und Verwaltung", „Hauswirtschaft-Sozialpädagogik-Gesundheit-Pflege", „Agrarwirtschaft" und „Elektro- Metall- und Fahrzeugtechnik" abgedeckt und beschult.

Darüber hinaus ermöglicht das Berufliche Gymnasium in den Bereichen „Wirtschaft", Ökotrophologie und Agrar" weiterführende Abschlüsse. Wie das im Einzelnen aussieht, stellte die Schulleiterin sehr anschaulich dar. Quasi in direkter Nachbarschaft befindet sich das Gymnasium von Bremervörde. Der Schulleiter dieser Einrichtung, Tammo Löffler, zeigte den interessierten Gildemitgliedern nun seinerseits die Möglichkeiten seiner Schule auf.

Und dann kamen die beiden Schulleiter zu ihren Zukunftsplänen. Es gebe diverse Überschneidungen und so wäre eine Kooperation mit Synergieeffekten eine logische Schlussfolgerung. Dass diese Idee nicht nur ein Wunschtraum ist sondern schon ziemlich konkrete Züge angenommen hat, stellten die beiden Pädagogen den erstaunten Besuchern vor.

Geplant sei ein Neubau, der einerseits den Zusammenhang beider Schulformen berücksichtige, dabei aber auch die Eigenständigkeit jeder Schule bewahre.

Als einleuchtendes Beispiel nannte Bjela Witassek einen Spanisch-Kurs. „Wenn bei uns sich nur acht Schüler dafür interessieren, lohnt es sich nicht, einen Kurs dafür einzurichten. Wenn sich dann aber im Gymnasium auch 12 Schüler dafür interessieren, kann man das doch zusammenlegen." Löffler zeigte weitere Beispiele auf. So könne zum Beispiel ein Schüler, der sich nicht „verschulen" lassen wolle sondern mehr ins Praktische wechseln will, durchaus vom Gymnasium an das Berufliche Gymnasium wechseln. Auch der umgekehrte Weg sei denkbar.

Insgesamt hat sich ein Team mit Mitgliedern beider Schulen schon sehr intensiv mit der Planung beschäftigt. Ja, sogar der Landkreis habe signalisiert, dass ein Neubau möglich sei. Immerhin geht es um ein geschätztes Kostenvolumen von etwa 40 Millionen Euro.

Wenn die Lenkungsgruppe, bestehend aus Vertretern des Landkreises, der Schulleitungen und der Politik, ihre Planungen abgeschlossen hat, soll dieses Paket an Architekten gegeben werden. „Die können daraus dann ihre Vorschläge entwickeln," erläuterte Witassek. Insgesamt geht es darum, Theorie und Praxis näher zusammen zu bringen. „Kooperation allein reicht nicht", begründete Löffler die Planungen. Was noch wachsen müsse, sei das Kollegium der beiden Schulen. Geplant ist zur Zeit eine Fertigstellung im Jahre 2021. „Wichtig ist, dass wir jeden Schüler zu dem Ziel bringen, das zu ihm passt," fasste Bjela Witassek die Zielvorstellung zusammen. Und Tammo Löffler möchte außerdem eine Möglichkeit schaffen, die Schule für die Stadt zu öffnen. Damit meinte er zum Beispiel einen Veranstaltungsraum für Theater- oder Musikaufführungen zu integrieren. Arne Suter von der Wirtschaftsgilde wünschte den beiden Schulleitern für diese Planung gutes Durchhaltevermögen und viel Erfolg.