10.10.2017 Lamstedt Von: Heino Schiefelbein
Herta Langemeyer geht in den „Ruhestand“

Jahrzehntelang für Verständigung eingesetzt

Weit über 50 Jahre pflegte Herta Langemeyer ehrenamtlich die Gräber russischer und polnischer Zwangsarbeiter auf dem Lamstedter Friedhof.

Dazu gehörten nicht nur Verhöre im Gefängnis, sondern sogar Misshandlungen. Aus gesundheitlichen und Altersgründen musste Herta Langemeyer nun die Grabpflege aufgeben.

Bürgermeister Manfred Knust bedankte sich bei der mittlerweile 91-Jährigen für ihr selbstloses Engagement. „Ihr Einsatz war nicht selbstverständlich." Er freute sich, dass sich Sonja Schiefelbein bereit erklärt hat, diese Arbeiten fortzusetzen.

Außerdem leistete Herta Langemeyer einen erheblichen Beitrag zur Aussöhnung zwischen Deutschen und Polen.

Über vier Jahrzehnte half sie unentgeltlich Spätheimkehrern sowie Aus- und Übersiedlern aus osteuropäischen Staaten, insbesondere aus Polen, bei der Eingliederung in die „neue Heimat". Auch eine nicht zu beziffernde Anzahl von Briefen aus Polen sind von ihr ins Deutsche übersetzt worden, während sie umgekehrt auch Deutschsprachigen half, Briefe in polnischer Sprache zu verfassen. „Außerdem unterstützte sie die Samtgemeinde Börde Lamstedt bei der Pflege der Beziehungen zu ihrer polnischen Partnerstadt Wladyslawowo", hob Bürgermeister Manfred Knust hervor.

Herta Langemeyers jahrzehntelanges Wirken, das sich eher im Stillen abspielte, wurde im Jahre 2000 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt.