14.11.2017 Gnarrenburg Von: Uwe Bredehöft
Nach 12 Jahren erstmals wieder Schlüsselübergabe im Ratshaus

Narren an die Macht

Pünktlich zu Beginn der diesjährigen Karnevalssession übernahmen Mitglieder des Augustendorfer Karnevalsvereins (AKV) die Regentschaft im Gnarrenburg Rathaus.

Bürgermeister Axel Renken empfing zu diesem Zeitpunkt eine große Delegation von Karnevalisten des AKV mit ihrem Vorsitzenden Eike Brodtmann, seinem Vize Ulrich Rosanowitsch und natürlich das noch amtierende Prinzenpaar Miriam Rosanowitsch und Jöran Austel. Pünktlich um 11.11 Uhr übergab Axel Renken symbolisch die Schlüssel und damit die Macht im Rathaus an die Narren vom AKV.

In launigen Worten sagte er, dass sein Rathausteam völlig erschöpft sei von der ganzen Arbeit, die es zu erledigen galt und die mal wieder viel zu viel war. Es wurde viel geschafft und deshalb brauchten sie jetzt dringend Ruhe und Ablösung. Die Übernahme würde jedoch nicht einfach werden, so dass seitens des AKV gleich neue „verantwortliche Personen" als Nachfolger genannt werden sollten.

Renken nannte den Narren etliche Möglichkeiten, in ihrer bevorstehenden Regierungszeit viele unpopuläre Maßnahmen mit Spaß und Humor umzusetzen. So könnten die Narren insbesondere die geltende Bauordnung außer Kraft setzen, was ja der Gemeinde verboten sei, um gerade auch den Bauwilligen in den kleineren Ortschaften die Möglichkeit zu geben, dort ein Haus zu bauen, wo sie es gerne möchten.

Mit Blick auf die vom Bürgermeister in Bremervörde vorgeschlagene Steuererhöhung führte er aus, dass es vielleicht den Mitgliedern des AKV gelingen könnte, auch den Bürgern der Gemeinde Gnarrenburg eine solche vorzuschlagen. Als Hinweis auf die teure Unterhaltung der Moorstraßen schlug er vor, diese in Kanäle umzuwandeln und einen Gondelbetrieb einzurichten, für dessen Unterhalt dann der AKV zuständig sei. Mit viel Spaß und Freude bei einem Frühstück und gemütlichem Beisammensein sowie einem dreifachen „Ahoi" endete die obligatorische Schlüsselübergabe, die erstmals wieder nach 2005 stattfand. Alle Beteiligten waren sich jedoch einig, dass diese närrische Tradition, in welcher Form auch immer, in den nächsten Jahren wieder aufleben soll.