05.01.2018 Osterholz-Scharmbeck Von: Ralf Rospek
Ernüchternde Bilanz im Kampf gegen Einwegbecher

Ex-und-hopp gewinnt

Am Anfang wird viel geredet und jeder findet‘s gut, am Ende aber verfällt man wieder in die alten Verhaltensweisen.

Durch verschiedene Aktionen sollten die Bürgerinnen und Bürger auf die Problematik von Einwegbechern aufmerksam gemacht und die Käuferinnen und Käufer von „to go" Getränken für die Nutzung von Mehrwegbechern sensibilisiert werden. Das Ziel der geplanten Kampagne war eine Reduzierung von Einwegbechern beim Verkauf dieser Getränke. Insgesamt nahmen über 40 Verkaufsstellen von To-go-Getränken im Landkreis - hauptsächlich Bäckereien und Tankstellen - an der Aktion teil und boten zum Teil Rabatte an, wer sein Getränk im Mehrwegbecher mitnahm.

Insgesamt gab es in den ersten Wochen ein durchaus positives Echo, lässt die ASO in einer Pressemitteilung verlauten. In den sozialen Medien herrschte großes Interesse und die vom Landkreis angebotenen Mehrwegbecher aus der Kollektion „I want Moor" fanden reißenden Absatz.

Doch langfristig ht sich nur eine schwache Verhaltensänderung eingestellt. Während die Tankstellen fast keine Resonanz auf Mehrwegbecher verzeichnen, ist das Bild bei Bäckereien ambivalent. Während einige von keiner nennenswerten Resonanz sprechen, berichten andere von bis zu 90 eingesparten Einwegbechern pro Woche - wobei allerdings die gesamten Verkaufszahlen nicht bekannt sind und somit eine Einordnung kaum möglich ist.

Zumindest aber ist ein Anfang gemacht, resümiert die ASO. Denn nun läge eine Stellungnahme der zuständigen Genehmigungsbehörde vor, dass bei Einhaltung bestimmter Vorschriften auch weiterhin Mehrwegbecher über den Verkaufstresen angenommen werden dürfen. Dieses war bislang mit den Hygienevorschriften nicht vereinbar. 

Bundesweit setzen sich mittlerweile viele Städte und Unternehmen für eine Eindämmung der Flut von Einwegbechern ein. Und auch im Landkreis Osterholz sei mit der Aktion „Mehrweg to go" zumindest ein Anfang gemacht, heißt es bei der ASO - es gäbe aber auch noch viel Luft nach oben. Erfreulicherweise nehme die Bewegung bundesweit an Fahrt auf, weshalb man auch für den Landkreis auf eine spürbare Veränderung hoffe.

Fakten:

Pro Stunde werden bundesweit 320.000 Coffee to go in Einwegbechern verkauft. Für den Jahresverbrauch von 2,8 Milliarden Bechern müssen rund 43.000 Baume gefällt werden. Ferner werden 22.000 Tonnen Rohöl, 1,5 Milliarden Liter sauberes Trinkwasser und 320 Millionen Kw/h Strom verbraucht. Am Ende bleiben 40.000 Tonnen Abfall übrig, die sich aufgrund der verwendeten Verbundmaterialien allenfalls zu einem kleinen Teil recyceln lassen. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Bechers beträgt fünf Minuten.